Field Trials und so

Field Trials und so

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  • 19. September 2016

Mit einem meiner Hunde auf einem Field Trial starten war eines dieser Dinge, die ich unbedingt einmal machen wollte.

Dank Tricia und vielen anderen sehr netten Menschen konnte ich mir diesen Traum endlich erfüllen und so sind Booh & ich direkt mal auf 4 Trials gestartet.

Gleich vorab: nein, wir kommen nicht mit einem FTW zurück …. keinen der 4 Trials konnten wir beenden, aber jede Menge Erfahrungen und tolle Eindrücke nehmen wir mit nach Haus sowie die Erkenntnis: „F…, you learn how to loose on a Field Trial“.

Der Clonakilty FTA Novice Trial in Madden’s Syndicate Shoot, Adare, Co. Limerick war unser erster offizieller Start. Es war ein Driven Trial auf Enten. Bei einem Driven Trial sitzen die Hunde in einer Line, während Enten hochgebracht und vor der Line geschossen werden. Wie lange ein Driven dauert und damit auch die Dauer des braven Fußsitzens ist tatsächlich sehr unterschiedlich. So waren es bei diesem Trial mal 4 Minuten, dann mal 10 Minuten und danach nur 2-3 Minuten.

Für die Dauer des Treibens darf der Hund weder winseln noch sich vom Fuß wegbewegen, beides führt zur Elimination.

Nach dem Treiben wechselten wir den Standort, die ersten beiden Hunde waren rechts und links vom Richter bzw. der wartende Hund auch mal hinter dem Richter (dennoch umangeleint) und es wurde genauestens erklärt, welchen Vogel der Hund holen soll. Obwohl also die Hunde alle Vögel markieren können, ist es eher ein reines Einweisen auf die geschossenen Stücke Wild.

Die ersten drei Runden haben wir sehr gut überstanden, Booh hat sich prima einweisen lassen, war ruhig an meiner Seite und prima ihre Nase eingesetzt …. leider beim 4. Vogel zu gut. Ich sollte sie über eine alte Fallstelle in eine dichte Hecke schicken und sie blieb leider an der alten Fallstelle kleben …

Daher Hund zurückrufen und raus!

 

Der zweite Trial wurde vom Mobil Gundog Club organisiert und fand direkt einen Tag später statt. Den „Run“ hatte ich dem Gewinner des Trials in Adare zu verdanken, der mit der Platzierung nun in der Open starten darf/muss. Tricia startete mit Callas ebenfalls – viel erfolgreicher als wir 🙂

Das Gelände war der Hammer! Heideflächen, Moor und extrem hohes Gras – dazu morgens ein dezenter Nieselregen – also genau so, wie man sich Irland vorstellt.

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Wieder war es ein Driven Trial auf Enten und dennoch sooooo anders als in Adare ….. beim ersten Treiben fielen geht wenig Enten und Booh & ich mussten ganze zwei Stunden warten – ohne einen Retrieve. Tricia hatte in dieser Zeit bereits 3 Aparte, die Callan alle fantastisch meisterte.

Nach zwei Stunden folgte das nächste Treiben, eine Ente fiel flügelschlagend 5 Meter vor Booh und sie war so begeistert, dass sie 1m nach vorne sprang …. run in und raus!
Damit waren wir den restlichen Tag nur noch Zuschauer und konnten so aber wenigstens Tricia & Callan beobachten, die sich weiterhin gut schlugen und auch beim 3. Treiben die Nerven behielten.

Callan ließ sich super führen und am Ende des Tages haben die beiden doch tatsächlich gewonnen!!

IMG_7848Neben dem üblichen Pokal und der Schleife gab es noch einen Silberteller und Callan darf sich offiziell FTW nennen.

Ich habe mich sooooo sehr darüber gefreut! Zum einen fand endlich genau das statt, was Vreni Ommerli und ich uns immer vorgenommen hatten – mit unseren Nordiren im Heimatland auf einem Trial stehen! Zum anderen hat es Tricia so verdient, mit Callan ganz oben zu stehen.

 

 

 

Der dritte Trial wurde vom Southern Retriever Club in Fivemilltown ausgerichtet und dieses Mal war es ein Walk up Trial auf Patridges. Im Gegensatz zu den Driven Trials wurde vor der Line geschossen, je zwei Hunde im freien bei Fuß neben den beiden Richtern ….. und wir sind lange gelaufen 😉

Booh war dieses Mal steady, hat die Vögel gut markiert und alles fühlte sich gut an. Ein Partridge wurde auf der linken Seite beschossen, ein weiterer rechts – dieser wäre unserer gewesen. Booh hatte vor allem den rechten sehr gut markiert.
Auf der linken Seite sollten die Hunde zuerst arbeiten und leider fanden beide Hunde nicht … daher Seitenwechsel und wir zwei von rechts wechselten mit dem Richter nach links. Die Chance für ein Eye wipe!

Aber es kommt ja immer anders als gedacht und Booh brachte den falschen Vogel -den von der rechten Seite (dieser lag nicht weit entfernt vom gemeinten, war aber dennoch der falsche) – der nach uns startende Hund brachte den richtigen Vogel und somit für uns wieder ein eliminee.

DIMG_1541en restlichen Tag sind wir in der Line mitgelaufen, konnten die Steadiness verbessern und mussten wirklich laaaaange laufen bis es genug Vögel und Apporte waren, um den Sieger herauszufiltern. Nur zwei Hunde konnten überhaupt bestehen: auf dem 2. Platz Boohs Nichte!

 

Am Sonntag dann der letzte Start für uns auf einem Trial, wieder ein Driven – auf Patridges ausgerichtet vom Irish Field & Trial Club. Es regnete so richtig und die Patridges wollten nicht so wirklich fliegen. Dank exzellenter Working Cocker und Springer Spaniels konnten dann aber doch viele Vögel geschossen werden. Beim ersten Treiben standen wir wieder in der Line, mitten im Zuckerrübenacker. Die ersten Hunde konnten hier apportieren, für Booh & mich gab es hier keinen Retrieve. Dafür durften wir unser Glück in einer höheren Wiese versuchen, der Richter gab mir vor, wo der Vogel liegen sollte und wo der Hund bitte auf keinen Fall gehen darf. Also Booh zum benannten Areal geschickt und wieder dort rein geschickt und wieder dort reingeschickt …. allein sie findet nichts – gibt es doch gar nicht!
Der nächste Hund wird geschickt und ihm ergeht es nicht besser als uns, auch er findet den Vogel nicht.

Der nächste Hundeführer hatte einfach das Glück auf seiner Seite und sah vorm Schicken des Hundes den Vogel laufen und brachte seinen Hund somit zum Erfolg – für uns vorherige Starter hieß es somit: Eye wipe und raus!

Booh tat mir echt leid, sie hat wirklich alles richtig gemacht und ohne einen Apport waren wir wieder mal nur Zuschauer ….

IMG_7733Gewonnen hat übrigens die Mutter von Tricias junger Hündin und ich bin somit offizielles Maskottchen für alles, was mit den anderen Tyrrellison Hunden zusammenhängt. Nur beim eigenen Glück müssen wir auf Trials echt noch arbeiten 😉

Und wer jetzt denkt: schlechter Hund, zu wenig trainiert oder dummer Hundeführer –> selber hinfahren, besser machen und mir einfach glauben, dass ich wahnsinnig stolz auf Booh bin trotz der 4 nicht bestandenen Trials.

 

 

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